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Neuer Nahverkehr für Kreuzberg, 01.05. - 13.05.2006: Kottbusser Brücke

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Bushaltestelle


Die Haltestelle ist nach dem Vorbild einer polnischen Bushaltestelle gebaut. Es gibt in Polen viele Bushaltestellen, die in ihrer langjährigen Nebenfunktion (oder Hauptfunktion?) als Pinwand und informelle Informationsbörse funktionieren. Mittlerweile ist aber diese Nebenfunktion im Begriff, auszusterben, unter anderem auch durch die tatkräftige Unterstützung des weltweit expandierenden Berliner Unternehmers Hans Wall. Bevor Wall alle Haltestellen des Berliner Öffentlichen Personennahverkehrs vereinnahmt, mit seinem relativ beschränkten ästhetischen Vermögen neu gestaltet und positioniert hat, waren auch hier Bushaltestellen ein Ort des Informationsaustauschs und des informellen Handel mit vielen privat angeschlagenen Zetteln. Es wurden Gesuchs- and Angebotstexte und andere Nachrichten angeklebt, die bei den Fahrgästen während ihrer Wartezeit auf Bus und Straßenbahn auf Interesse stießen. Heute werden alle Druck- und Flyererzeugnisse, die an diese Haltestellen geklebt werden, umgehend von 24 Stunden-Sauberkeitsfirmen entfernt.


Neben den BVG-Informationen bieten die zeitgenössischen Haltestellen nur noch unberührbare Hinterglas-Werbung von globalen Unternehmen und Filialketten.
Unsere Station wird da angesiedelt wo sich ein demgegenüber immer noch ganz besonderer Markt behauptet: Der informelle Spielzeug- und Automarkt an der Kottbusser Brücke in Berlin-Kreuzberg. Der Spielzeugmarkt findet jeden Dienstag und Freitag statt, der Automarkt ist permanent und funktioniert durch Zettel, die in die Fenster der abgestellten Autos geklebt sind.


Wir knüpfen an diese Tradition der Zettelwirtschaft an und schaffen mit unserer Station Wände, Bänke und ein Dach für einen informellen Handel, für Informationsfreiheit und niedrigschwellige Angebote und Nachfragen.
Der Standort befindet sich ab dem 2. Mai auf der gegenüberliegenden Seite des Imbisses Steinofen Ecke Kolfurter Straße neben der Kottbusser Brücke.

Eine Installation von Folke Köbberling und Martin Kaltwasser

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